Im Gefrierfach ist keine Tiefkühlpizza mehr, die letzte Dose Mountain Dew ist getrunken, unter meinem Bett stapeln sich leere Flaschen. Es geht merklich dem Ende entgegen in Memphis. Am Freitag steht der große Abschied auf dem Programm, was gleichzeitig der Beginn der großen Reise ist, ehe ich wieder in heimischen Gefilden lande. Die letzten Tage waren, sagen wir, actionbegrenzt. Schlafen bis 13Uhr, in der Sonne sitzen, bei verschieden Leuten "Auf Wiedersehen" (ist Quatsch, die meisten sieht man nie wieder, aber das will man dann ja nicht wahrhaben. "Wir sehen uns auf jeden Fall..." jaja) sagen, zum Dinner zusammen ausgehen, Film gucken, Gute Nacht. Der letzte offizielle Unitag liegt jetzt genau eine Woche zurück, seitdem gleicht der Campus und unser Complex einer Geisterstadt. Man sieht nur noch selten andere Menschen, es ist merklich ruhiger geworden, und alles geht irgendwie langsamer voran.
Schön, aber irgendwie...leer:
Bevor uns letzten Freitag die ersten drei Mitglieder unserer Family verlassen haben, starteten wir noch allerlei Touri-Kram in Memphis, den man gemacht haben muss, aber während der "normalen" Zeit einfach nicht macht. So standen das Civil-Rights-Museum und die Sunstudios, Stichwort: Kultur, auf dem Programm, wir verabschiedeten uns ausgiebig von Downtown, aßen einen letzten Mega-XXL-Sechs-Pfund-Burger und gingen zusammen mit zwei Ami-Freunden, was mein persönliches Highlight war, in ein brasiliansches Steakhouse. All you can eat. Jawollja. Ich hab zwei Tage vorher aufgehört, feste Nahrung zu mir zu nehmen, um auch ja nichts zu verpassen. Das Salat-Buffett ignorierte ich natürlich und war dementsprechend bereit für die große Schlacht. Das System war einfach und überzeugend. Jeder Gast bekam eine Art Ampelkarte ausgehändigt. Ampel grün: Die adrett gekleideten Kellner kommen mit allerlei Fleisch, Fleisch und Fleisch an deinen Tisch und häufen auf, was das Zeug hält. Ampel rot: Kampf gegen den eigenen Magen verloren, Weichei, aufgegeben, schämen. Es sprach niemand aus, aber es war klar, dass derjenige der zuerst auf rot umschwenken werde, der Verliererer des Tages sei. Man durfte natürlich entscheiden, ob man gerade bereit war, nach dem halben Huhn ein Lammkotelett zu verdrücken oder zwei Minuten zu warten bis das Rindersteak kommt. Aber wer sagt schon nein...eben. Das Fleisch war göttlich und ich in guter Form. Mit G konnte ich allerdings nicht mithalten. Dieser kleine, dünne Mensch wurde einfach nicht satt, bzw. fand immer noch irgendwo Platz in seinem Magen. Ich wurde somit Zweiter, guter Zweiter.
Und das war mein bester Freund. Das Tier am Spieß zuckte glaub ich noch leicht:
Das Ess-Koma fiel dementsprechend heftig aus und es wurde allgemein viel geschlafen an diesem Tag. Letzten Donnerstag begann dann, der schon erwähnte, große Abschied der ersten drei Mitgleider unserer Familie. Ich glaube, dass ich aus irgendeinem Grund, unsere Family noch nicht ausreichend gewürdigt habe in meinem Blog. Dies folgt jetzt. Aus der Gruppe der International Students haben sich, wie das immer so ist, einzelne Untergruppierungen gebildet. Wie auf dem Schulhof. Die Komischen, die Mädchen, die lieber für sich sein wollen, die Dicken und die Coolen. Wir sind natürlich die Coolen. Die Komischen sind zwei Franzosen. Der eine hat blaue Haare, DIE andere einen Schnurrbart und nur eine große Augenbraue. Nun gut. Zu den Coolen jedenfalls gehören G, Tiphaine, Kahina (France), Silvia (Italia), Neil der Hobbit (Scotland), Andi (Dänemark), Treevee (Vietnam-USA-Verschnitt) und ich (Weltmeister-Land). Wir machen, bzw. haben alles zusammen gemacht. Jeden Tag, jeden Abend, jedes Wochenende. Das ist wie Ferienlager. Dementsprechend legendär musste natürlich der letzte Abend zelebriert werden, was uns, meiner Meinung nach, eindrucksvoll gelungen ist. Man traf sich, dem Ritual entsprechend, in meiner Butze. Wie immer nicht pünktlich. Der geplante Abmarsch verzögerte sich um lächerliche 90 Minuten, die allerdings ohne Probleme und mit Fosters gut überbrückt wurden. Die erste Station des Abends war ein Restaurant - der BeautyShop - wo, mal wieder, gegessen und getrunken - und natürlich Fotos geschossen wurden. Ist ja der letzte Abend, das muss alles festgehalten werden und facebook...die alte Geschichte.
Ganz natürlich Pose. Die Hobbits:
Nach dem Restaurantbesuch fand man sich zu einem kurzen Zwischenstop in meiner Butze wieder, wo inzwischen die allwöchentliche Sause begonnen hatte. Danach ging es in einen Club, ehe man sich erneut in der Casa del Weide versammelte, um gegen 7 Uhr gemeinsam zum Flughaufen aufzubrechen und G, Tiphaine und Silvia zu verabschieden. Ins Bett ging es dann um Halb 11. Der Rest in Bildern.
Die Teil der Meute:
Die Teil der Meute:
Die Brille sah nicht immer so aus:
Wyndles eigentlicher Beruf...Stripper:
Zwei für jeden, das muss dann reichen:
kleiner G, großer Bruder:
und so sah das dann am Flughafen aus. Knascht:
und zum Abschluss ein letztes gemeinsames Gruppenbild:
Das war das. Seitdem herrscht allgemeines Nichtstun. Am Freitag beginnt dann meine große Reise mit den Stationen: Chicago - Washington D.C. - Orlando - Miami - Key West - Bahamas - Washington D.C. - New York - Mainz. Ein bisschen Angeberei an dieser Stelle sei erlaubt. Und auch ein sehnsuchtsvoller Rückblick auf die vergangene Zeit in Memphis. Es war großartig. Ich muss jetzt noch mein Zimmer aufräumen und dann...bin ich weg.
So schlimm siehts gar nicht aus:
Bis bald - von wo auch immer. Euer Glatzen-Per.











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